Das Universitätsklinikum des Saarlandes ersetzte unzuverlässige Ad-hoc-Übersetzungsmethoden durch eine strukturierte medizinische App, um klinische Präzision und Patientensicherheit zu gewährleisten. Der Wechsel von improvisierten Übersetzungen zu standardisierten Formulierungen verbesserte die Kommunikation deutlich und gab sowohl dem medizinischen Personal als auch internationalen Patienten mehr Sicherheit.
Organisation: Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS)
Land: Deutschland
Einsatzbereich: Hämophilie
Herausforderung: Sprachbarrieren im täglichen Patientenkontakt
Wichtigsten Ergebnisse:
Das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) ist ein großes Universitätsklinikum in Deutschland und bietet spezialisierte medizinische Versorgung in zahlreichen Fachbereichen.
In den Bereichen Hämophilie und Thrombophilie treffen medizinische Fachkräfte regelmäßig auf nicht deutschsprachige Patienten. Zur Verbesserung der Kommunikation in solch Situationen testete das UKS in Zusammenarbeit mit Bayer die Care to Translate App. Ziel war es zu evaluieren, ob ein strukturiertes Kommunikationstool das Personal im täglichen Patientenkontakt unterstützen kann.

Am UKS treten Sprachbarrieren im klinischen Alltag häufig auf. Das am Pilotprojekt beteiligte Personal berichtete, zwei- bis dreimal pro Woche auf Patienten mit begrenzten Deutschkenntnissen zu treffen. Viele dieser Patienten sprechen Sprachen wie Arabisch oder Ukrainisch, und selbst wenn sie etwas Deutsch beherrschen, reicht dies für medizinische Gespräche oft nicht aus.
„Manchmal sprechen Patienten zwar etwas Deutsch, aber wenn es um medizinische Themen geht reicht es nicht aus“, sagt Andreas Hoppstädter, stellvertretender Leiter der Ambulanz.
Vor dem Einsatz von Care to Translate griff das Personal auf verschiedene Behelfslösungen zurück:
Diese Lösungen konnten in einfachen Situationen hilfreich sein, stießen jedoch oft an ihre Grenzen, wenn medizinische Informationen klar und präzise vermittelt werden mussten.
„Google funktioniert, um einen Termin zu vereinbaren. Aber sobald es darüber hinausgeht, wird es schwierig.“
Eine weitere häufige Situation ist das Dolmetschen durch Angehörige. In manchen Fällen übersetzen Ehemänner während der Sprechstunde für ihre Frauen. Auch wenn dies die Kommunikation erleichtern kann, sind sich medizinische Fachkräfte nicht immer sicher, ob die Informationen vollständig und korrekt vermittelt werden.
„Manchmal habe ich den Eindruck, dass nur die Hälfte der Informationen weitergegeben wird.“
Zudem können Angehörige nur das übersetzen, was sie selbst verstehen. Dadurch können zusätzliche Missverständnissen entstehen.
Diese Situationen unterstreichen, wie wichtig eine direkte Kommunikation zwischen medizinischem Personal und Patienten ist.
Im Rahmen einer internen Evaluierung testete das Krankenhauses verschiedene Übersetzungslösungen. Laut Andreas hob sich Care to Translate dabei deutlich von anderen Lösungen ab.
„Care to Translate war die einzige Lösung, die unseren Anforderungen gerecht wurde.“
Ein wesentlicher Vorteil war die nach medizinischen Themen gegliederte Sammlung vordefinierter Formulierungen. So konnte das medizinischen Personal im Patientenkontakt schnell passende Formulierungen für die jeweilige Situation finden.
Ein weiterer entscheidender Vorteil war die einfache und patientenfreundliche Sprache der Formulierungen. Das medizinische Fachpersonal stellte fest, dass im Arbeitsalltag häufig unbeabsichtigt komplexe medizinische Fachbegriffe verwendet werden. Durch die Verwendung standardisierter und leicht verständlicher Phrasen konnten medizinische Inhalte für Patienten klarer und verständlicher vermittelt werden.

Während des Pilotprojekts wurde Care to Translate vor allem in strukturierten Gesprächen eingesetzt, insbesondere bei der Patientenaufnahme. Dazu gehörten unter anderem:
Da diese Gespräche meist einem vorhersehbaren Ablauf folgen, eigneten sich die thematisch gegliederten Formulierungen der App besonders gut.
Das Personal wählte in der Regel die passenden Phrasen aus und spielte sie den Patienten vor. Die Patienten reagierten positiv auf die erleichterte Verständigung. Andreas beschreibt:
„Die Patienten haben sich gefreut, als sie gemerkt haben, dass die Kommunikation plötzlich besser funktioniert.“
Obwohl das Feedback zum Pilotprojekt positiv ausfiel, nannte das Personal auch praktische Aspekte, die bei einer breiteren Einführung berücksichtigt werden sollten.
Eine Herausforderung ist die begrenzte Verfügbarkeit mobiler Geräte wie Tablets. Die direkte Nutzung der App im Patientenkontakt ist einfacher, wenn das Personal ein entsprechendes Gerät mitführen kann.
Das Krankenhaus befindet sich derzeit in einem umfassenderen digitalen Wandel, der die schrittweise Einführung elektronischer Patientenakten und zunehmend digitalerer Arbeitsabläufe beinhaltet. Mit der weiteren Digitalisierung könnten sich auch digitale Kommunikationstools leichter in den klinischen Alltag integrieren lassen.
Das Pilotprojekt hat gezeigt, dass Care to Translate medizinisches Fachpersonal bei der Kommunikation mit Patienten unterstützen kann, die die jeweilige Landessprache nicht beherrschen.
Das Personal hob mehrere Vorteile hervor:
Das Krankenhaus prüft derzeit mögliche nächste Schritte, einschließlich der Option einer breiteren Einführung von Care to Translate im gesamten Klinikum.
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