Erfahren Sie, wie die Royal United Hospitals Bath mithilfe von Care to Translate Kommunikationsbarrieren in der Geburtshilfe überwinden. Mit der App kann sich das medizinische Personal auch mit Patientinnen ohne Englischkenntnisse schnell und zuverlässig verständigen, etwa in Notfällen, während der Geburt oder bei der Nachsorge.
Organisation: Royal United Hospitals Bath (NHS)
Land: Großbritannien
Bereich: Geburtshilfe
Herausforderung: Kurze Routinegespräche und plötzliche Notfälle bewältigen, bei denen das Warten auf einen Telefondolmetscher nicht praktikabel ist
Wichtigste Ergebnisse:
Das Royal United Hospitals (RUH) Bath in Somerset, England, blickt auf eine bis 1826 zurückreichende Geschichte zurück. Als NHS Foundation Trust bietet das Krankenhaus ein umfassendes Leistungsspektrum, das von Medizin und Chirurgie bis hin zu Geburtshilfe, Notfallversorgung und diagnostischen Leistungen reicht.

Clare Gilliland ist als Digital Lead Midwife für die Geburtshilfe am RUH verantwortlich, in deren Rahmen jährlich etwa 4.500 Geburten betreut werden. Mit fast 20 Jahren Erfahrung als klinische Hebamme konzentriert sich Gilliland heute auf die Verbesserung der Datenqualität und die Digitalisierung von Abläufen innerhalb der integrierten Versorgungssysteme (ICSs) des Trusts. „Ich schaue, wo es Ineffizienzen oder Probleme gibt, und versuche digitale Lösungen dafür zu finden“, erklärt sie.
Gilliland entdeckte Care to Translate Ende 2022 auf Twitter und erkannte darin eine Lösung für eine Lücke in den bestehenden Dolmetscherdienste des Krankenhauses. Das RUH verließ sich traditionell auf telefonische Dolmetscherdienste, die bei geplanten Terminen gut funktionierten. In dringenden oder ungeplanten Situationen stießen sie jedoch an ihre Grenzen:
„Wenn eine Frau als Notfall zu uns kommt, brauchen wir eine sofortige Kommunikation, damit sie sich sicher und verstanden fühlt“, stellt Gilliland fest.
„Care to Translate ermöglicht es uns, ihr schnell Sicherheit zu geben und in diesen entscheidenden ersten Minuten wichtige Informationen zu erfassen.“
Im RUH beginnt die Entbindung oft mit einem per Telefon zugeschaltenen Dolmetscher, der beispielsweise hinzugezogen wird, wenn für einen Eingriff wie eine Periduralanästhesie eine Einverständniserklärung erforderlich ist. In vielen Situationen bietet die App jedoch eine effizientere Möglichkeit zur Verständigung, ohne dass dafür durchgehend ein Dolmetscher hinzugezogen werden muss.
„Die App ist fantastisch für die vielen Momente zwischen den größeren Eingriffen während der Entbindung, wenn ich die Frau um Erlaubnis bitten möchte, sie zu berühren, ihren Blutdruck zu messen, die Lage des Babys zu ertasten oder sie einfach nur zu fragen, wie sie sich fühlt oder ob sie etwas essen oder trinken möchte.“
„Auf der Wochenbettstation müssen wir häufig einfache Anweisungen geben oder schnell etwas fragen, zum Beispiel um eine Urinprobe zu bitten. Das sind 10 Sekunden-lange Interaktionen. Als klinische Hebamme hat man keine Zeit, erst ein Telefon zu suchen, einen Dolmetscherdienst anzurufen und darauf zu warten, dass dieser den passenden Dolmetscher für die jeweilige Sprache findet – nur um jemanden zu bitten, in einen Becher zu urinieren.“
„Mit der App können wir solche Dinge in Sekundenschnelle kommunizieren und sparen dadurch wertvolle Zeit im Vergleich zur Organisation einer telefonischen Übersetzung.“
Gilliland betont die Problematik, wenn Kinder für ihre Eltern übersetzen müssen. „Diese Praxis steht im Widerspruch zu unseren Verpflichtungen gegenüber dem Nursing and Midwifery Council, insbesondere wenn es darum geht, eine ordnungsgemäße Einwilligung einzuholen.“
Nach der Prüfung verschiedener Optionen entschied sich das Maternity Digital Committee einstimmig für Care to Translate. Ausschlaggebend waren Flexibilität, Kosteneffizienz sowie die Möglichkeit, direkt und vertrauensvoll mit Patientinnen kommunizieren zu können.
Einer der Hauptvorteile von Care to Translate ist laut Gilliland die Vielseitigkeit. Die App lässt sich problemlos auf Smartphones, Tablets oder Computern nutzen, sodass Hebammen sie überall und jederzeit einsetzen können. Dadurch entfällt die Notwendigkeit zusätzlicher Geräte und die Kommunikation wird auch in kritischen Situationen erleichtert.
Besonders hilfreich ist die Funktion „Patientenmodus“, bei der die Sprachen automatisch gewechselt werden. Sie erleichtert die Kommunikation und ermöglicht es den Patientinnen, direkt Fragen zu stellen oder ihre Anliegen zu äußern.
„Ich habe in der App auch Informationen darüber hinterlegt, wie man einen Dolmetscher erreicht“, erklärt Gilliland. „Wenn man als klinische Hebamme an einem Sonntag arbeitet und einen Dolmetscher braucht, weiß man vielleicht nicht mehr genau, wie man ihn erreicht oder welchen Dienst wir nutzen, weil das so selten vorkommt. Aber jetzt kann man den Telefondolmetscher direkt über die App anrufen.“

Obwohl einige Mitarbeitende anfangs zögerten, digitale Tools einzuführen, stellt Gilliland fest: „Sobald sie die App nutzen, verstehen sie sie und erkennen ihre Einfachheit.“ Auch wenn herkömmliche Dolmetscher in bestimmten Situationen weiterhin notwendig sind, hat sich Care to Translate als wertvolle Ergänzung erwiesen.
„Es geht darum, ihnen das Leben leichter zu machen“, sagt Gilliland.
Die einfache Bedienung der App wird vom RUH sehr geschätzt, da sie nur minimale Schulungen erfordert. Das ist ein bedeutender Vorteil in einer Zeit ständiger digitaler Veränderungen, die bei den Mitarbeitenden oft für Verunsicherung sorgen.
Hebammen haben uns darauf hingewiesen, dass ihnen bestimmte Formulierungen fehlten. Gilliland erklärt: „Dann spreche ich mit ihnen darüber, was genau sie brauchen. Anschließend passe ich unsere Listen entsprechend an oder gebe die Rückmeldung an Care to Translate weiter, damit die Inhalte ergänzt werden können.“
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